Der BFe 4/4 1643 ist ein elektrischer Gepäck- und Personentriebwagen.
Bedingt durch die Elektrifizierung vieler Nebenstrecken in den 1940er Jahren ergab sich ein Bedarf an leistungsfähigen, sowohl im Vorortsverkehr wie auch auf Nebenstrecken einsetzbaren Triebwagen.
In Anlehnung an die Triebwagen verschiedener Privatbahnen wurde 1949 eine erste Serie von 13 CFe 4/4 (841-853) bestellt. Bereits 1952 wurden 18 weitere Triebwagen (854-871) bestellt. Die Produktion teilten sich die Firmen SLM, SWP, BBC, MFO und SAAS.
Der Triebwagen 1643 wurde als CFe 4/4 863 bei SLM (Mechanik) und den Firmen BBC, MFO und SAAS (Elektro) gebaut. Für den Bau der Drehgestelle konnte auf die bei der Re 4/4 I bewährte Konstruktion zurückgegriffen werden. Wegen der Probleme mit der elektrischen Rekuperationsbremse bei den VHB-Triebwagen wurde von MFO eine Widerstandsbremse eingebaut.
Eigentliche Neuheiten waren der elektrische Antrieb des Geschwindigkeitsmessers und die der Sicherheitssteuerung beigefügte Wachsamkeitskontrolle. In den Jahren 1958-1962 wurden die Triebwagen umnummeriert (1621-1651). 1963 änderte die Bezeichnung in BDe 4/4 und 1967 wurde die Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h auf 110 km/h angehoben.
Ab 1962 wurden unter anderem Türfernsteuerung, Schleuderbremse und Lautsprecher eingebaut. Einige Triebwagen erhielten ab 1980 zusätzliche Einrichtungen für den einmännigen Betrieb auf den Strecken: Olten-Läufelfingen-Sissach / Vallorbe-Le-Brassus / Vevey-Puidoux.
Der Triebwagen 1643 wurde von folgenden Standorten aus eingesetzt:
22.11.1955 In Betrieb gesetzt. Werkstattzugehörigkeit: Yverdon
22.06.1957 Bandagen abgedreht
05.08.1957 Bremswiderstände ausgewechselt
30.10.1957 Fahrmotor 3 und Bremswiderstand ausgewechselt
01.03.1958 Kompressor ausgewechselt
12.04.1958 Auswechseln von beiden Drehgestellen
03.07.1958 Abdrehen der Bandagen aller 4 Achsen; Abdrehen der Kollektoren Motor II + III
04.10.1958 Drehgestell II Ansprechbarkeit der Bremse repariert
17.12.1958 Fahrmotor 1 + 2 ausgewechselt
04.04.1959 Fahrmotor 1, 2 + 4 ausgewechselt (HW Yverdon)
05.04.1959 Neuzuteilung Depot Winterthur
25.06.1959 Führerstand II und Wagenkasten an diversen Orten ausgebeult, Anstrich ausgebessert
14.05.1960 Achse 3 rechts Bandage abgedreht
30.12.1960 Beide Drehgestelle gewechselt
13.10.1961 4 Achsen ausgewechselt
05.06.1962 Drehgestelle 45 + 46 ausgewechselt wegen schlechten Bandagen. Einbau Bogie Nr. 21+22
15.06.1962 Fahrmotor 1 ausgewechselt, Rotorwicklung defekt
25.06.1963 Km-Stand: 1'088'142, Einbau Drehgestelle 45 + 46
02.06.1964 Faltenbalg Führestand I ausgewechselt, Stromabnehmer repariert, Schaltung zur Zugsicherung geändert, Summerkontakt umgebaut. Umbezeichnung von BFe auf BDe, Lastgrenze statt Ladegewicht
05.08.1964 Neue Signallampen an den Fronten eingebaut, Drehgestelle 45 + 46 Ausführung Revision R3. Entfernen der Tragbahren aus dem Gepäckabteil. Anbringen der Schilder für Zutrittsregelung zum Führerstand
02.11.1965 Automatische Ventilation eingebaut (DC-W)
28.01.1966 Fahrmotor 3 ausgewechselt, FM 1, 2 + 4 getrocknet, Trafoventilator eingebaut
25.05.1966 Verbesserter Druckschwankungsschalter eingebaut (DC-W)
29.04.1967 Erhöhung Vmax auf 110 km/h, ohne Änderung
01.03.1968 Drehgestellwechsel: Eingebaut: 37 + 38 nach R 2-Arbeiten, ausgebaut: 45 + 46
19.09.1968 Antrieb 3 repariert (Antriebsscheibe gebrochen), autom. Bremsventil ausgewechselt
04.10.1968 FM 2 + 3 ausgewechselt, FM 1 + 4 getrocknet
10.01.1969 Kompressor ausgewechselt, Einstieg zum Gepäckraum repariert, WC-Ablaufrohr und div. Luft- und Ölleitungen repariert, Deckel zu Depotsteckdose ersetzt (Streifkollision)
02.09.1969 FM 3 + 4 ausgewechselt; FM 3 Statorwicklung verbrannt, FM 4 Rillen im Kollektor
05.08.1970 Drehgestellwechsel: Ausgebaut: 37 + 38, Eingebaut: 7 + 8 nach R 2 und div. Änderungen, Schleuderbremse eingebaut
08.12.1972 Zusammenstoss mit Auto, Schienenräumer und Luftleitungen repariert, Fst I havariert
16.2.1973 Fahrmotor 4 ausgewechselt, Trafo-Oelkühler und beide Bremszylinder revidiert, Spurkranzschmierung repariert, 2 Schleuderbremsventile montiert (fehlten)
15.6.1973 Ladegerät eingebaut
22.8.1974 Blitzschlag, Isolator “explodiert”, Kurzschluss am Trafo
26.9.1974 Trafo + Oelkühler ausgewechselt => Oelverlust
21.1.1975 (R 3), alle Steuerventile ausgewechselt
7.5.1975 Oelkühler + Kompressor ausgewechselt
15.11.1976 Schleuderbremse repariert, spricht ab 85 km/h dauernd an, Bremsstrom steigt über 800 A auf Stufe 2 - Dioden Pos. 98,1 für Bremsregulierung defekt, Widerstand Pos. 25 defekt
1.2.1977 Wagenheizung und Fahrleitungsvoltmeter defekt
14.7.1977 Neuer Trafo-Oelkühler, Fahrleitungsvoltmeter defekt
9.6.1978 Antrieb 3 repariert
29.5.1979 Drehgestellwechsel: Aus: 17 + 18, Ein: 15 + 16. Einbau Triebwagen-Traunschalter 1 1/2, neue Plattformbeleuchtung mit Rosette wie ABt + RBe 4/4
1.11.1979 Km.-Stand: 3'428'875
20.11.1980 FM 1, 3 + 4 ausgewechselt, V-Messer nichtregistrierend ausgewechselt, Widerstand Pos. 25 ausgewechselt
8.1.1981 Fahrmotor 1 ausgewechselt, Erdschluss
15.1.1982 Rechte Kastentragfeder gebrochen
29.6.1982 Fahrmotor 1 Erdschluss, Bürstenring-Isolierwert 0,05M (Isolatordefekt)
5.8.1982 Hochspannungs-Einführung explodiert, WC deformiert
4.2.1983 Drehgestelle ausgewechselt
15.2.1983 Drehgestell 1 Bolzen von Mitnehmerstange gebrochen
16.1.1985 Fahrmotor 1 blockiert, Schutzblech unter Bremswiderstand hat ein Loch
8.5.1985 Triebachse 3 ausgewechselt, Antrieb 3 geändert
30.10.1985 Fahrmotor 1: Lager defekt, Antrieb 1 ausgehängt, 4 Schrauben gebrochen
20.2.1986 Stirntüren abgedichtet, Vielfachstecker zu Sicherheitsapparat ersetzt
24.12.1986 Oelpumpe defekt, Tubotafel eingebaut, Neuverkabelung, Antrieb 3 defekt
1.11.1991 Km.-Stand: 5'386'064
15.3.1993 Unterflur-Drehbank: Bandagen egalisiert
07.06.1995 Fahrmotor 4 ersetzt, Kompressor ausgewechselt
18.10.1995 Ladegerät ersetzt. Regulierdurchlassventil im Stromabnehmer eingestellt, Hauptschalter konnte nicht eingeschaltet werden
28.10.1995 HS konnte wieder nicht eingeschaltet werden. Hauptschalter Ein- und Ausschaltpatronen mit Graphit geschmiert
18.12.1995 Oelpumpenmotor ausgewechselt, Druckschalter Kompressor defekt